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Fassade von Hinterschwepfinger in Burghausen aus großformatigem, brüniertem Messing

Messing brüniert

Messing brüniert: Oberflächen, die im Metall entstehen, nicht darauf.

Von hellem Messinggold bis zu nahezu schwarzem Anthrazit. Neun Ausführungen für Fassade, Wandverkleidung und Innenausbau, veredelt in eigener Fertigung in Nürtingen. Seit dem Jahr 2000.

Wie Brünieren funktioniert
Das Verfahren

Was beim Brünieren geschieht

Vier Schritte, die erklären, warum eine brünierte Fläche anders aussieht und anders altert als eine lackierte.

01

Umwandlung

Das Messing wird nicht lackiert und nicht beschichtet. In einem chemischen Bad wandelt sich die oberste Schicht des Metalls selbst in eine dünne, dunkle Mischoxidschicht um. Sie ist fest mit dem Grundmaterial verbunden und kann nicht abplatzen, weil es keine getrennte Lage gibt, die sich lösen könnte.

02

Farbe

Wie weit die Umwandlung geführt wird, entscheidet den Ton. Von hellem Messinggold über warmes Braun bis zu nahezu schwarzem Anthrazit. Weil die Farbe im Metall liegt, bleibt die Vorbearbeitung sichtbar: Ein Schliff oder eine Bürstung zeichnet sich weiter ab.

03

Zeichnung

Die Reaktion wird von Hand geführt, deshalb trägt jede Fläche eine eigene Zeichnung. Der Charakter einer Ausführung ist wiederholbar, das genaue Bild nicht. Für große zusammenhängende Flächen gehört das früh in die Planung.

04

Schutz

Auf Wunsch versiegeln wir die fertige Fläche mit Wachs oder Lack. Unversiegelt darf sie sich weiter verändern, gewachst verlangsamt sich das, lackiert steht der Farbton still.

Die drei Ausführungen im Vergleich
Oberflächen

Von hell nach dunkel

Alle neun sind Flächen aus unserer Fertigung, alle als Muster bestellbar. Die letzten beiden fallen aus der Reihe: Grün und Türkis entstehen auf Messing nicht von selbst, sondern nur durch eine gesteuerte Patinierung im Werk.

Musterfläche Messing Korinth
MessingKorinth

Hell und gebürstet. Das Messing bleibt sichtbar Messing, die Brünierung nimmt ihm nur das Grelle.

Musterfläche Messing Pergamon
MessingPergamon

Helles Greige, satiniert, mit weicher Wolkung. Ruhig genug für große Innenflächen.

Musterfläche Messing Solaris
MessingSolaris

Goldbraun im Verlauf, im Streiflicht mit violettem Schimmer.

Musterfläche Messing Athen
MessingAthen

Warmes Mittelbraun mit goldenem Unterton. Der Ton, der auf Fassaden am häufigsten gewählt wird.

Musterfläche Messing Roma
MessingRoma

Dunkles Schokoladenbraun auf olivem Grund, satt und tief.

Musterfläche Messing Alexandria Schliff
MessingAlexandria Schliff

Graubraun und matt, der Schliff bleibt unter der Brünierung sichtbar.

Musterfläche Messing Alexandria
MessingAlexandria

Nahezu schwarzes Anthrazit, matt und ohne Glanz.

Musterfläche Messing Oslo
MessingOslo

Mittleres Grün mit feiner Fleckung. Auf Messing entsteht dieser Ton nur im Werk.

Musterfläche Messing Vancouver
MessingVancouver

Türkis mit olivgoldenen Sprenkeln, die lebhafteste der neun Ausführungen.

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Referenzen

Bauwerke mit unseren Oberflächen

Gerichte, Regierungsgebäude, Forschungsbauten und große Fassaden, in Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Innenraum im Ministère d’État in Luxemburg mit Wandverkleidung aus brüniertem Messing

Ministère d’État

Luxemburg

Aufzüge und großflächige Wandverkleidungen in brüniertem Messing. Fein abgestufte Töne arbeiten Kontraste heraus, unter anderem am Staatswappen. Architektur: Kaell Architecte.

Messingfassade am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe

Bundesverfassungsgericht

Karlsruhe

Messingfassade mit bewusst reduzierter Versiegelung. Die Oberfläche darf sich mit Wind, Licht und Witterung weiter verändern.

Messingfassade am TZA-Gebäude des Fraunhofer-Instituts in Darmstadt

Fraunhofer-Institut

Darmstadt

Durchgängige Fassadenverkleidung des TZA-Gebäudes in Messing-Dibond-Platten, auf eine ruhige, warme Tonalität eingestellt.

Wandverkleidung aus Messing an der Universität Mozarteum in Salzburg

Universität Mozarteum

Salzburg

Eigens entwickelte Messingoberfläche, rund 300 Quadratmeter, unter hohem Zeitdruck gefertigt und laufend montiert. Architektur: Berger und Parkkinen.

Alle Referenzen ansehen

Wofür es eingesetzt wird

Anwendung und Grenzen

Messingfassade, Wandverkleidung, Aufzugskabine, Empfangstresen. Brüniertes Messing trägt große Flächen und hält im Innenraum auch starker Nutzung stand.

Fassade und Gebäudehülle

  • Kassetten, Paneele und Bänder
  • Großformate bis 5.000 Millimeter
  • Messing-Verbundplatten für große Flächen
  • Attika, Verwahrungen, Gauben
  • Sonnenschutz, Lamellen, Schiebeläden

Innenausbau

  • Wandverkleidungen über mehrere Geschosse
  • Aufzugskabinen und Vorräume
  • Deckenflächen und Segel
  • Treppenhäuser und Geländerfüllungen
  • Raumteiler und Paravents

Objekt und Ausbau

  • Empfangstresen und Theken
  • Möbelfronten und Einbauten
  • Portale, Türblätter und Zargen
  • Küchenverkleidungen in der Gastronomie
  • Brüstungen und Füllungen

Detail

  • Handläufe und Beschläge
  • Reliefs, Wappen, Schriftzüge
  • Leuchtenkörper und Leitsysteme

Häufige Fragen

Was passiert beim Brünieren mit dem Messing?

Brünieren ist eine chemische Umwandlung der Oberfläche. Das Messing wird nicht beschichtet, sondern seine oberste Schicht reagiert zu einer dünnen, fest verbundenen Lage aus Kupfer- und Zinkoxiden. Diese Schicht ist dunkel, von warmem Goldbraun über Schokoladenbraun bis zu tiefem Anthrazit, je nachdem wie das Verfahren geführt wird. Die Oberfläche bleibt dabei metallisch: Ein Schliff oder eine Bürstung ist auch nach dem Brünieren sichtbar.

Warum wird Messing nicht grün wie Kupfer?

Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink. Die grüne Patina auf Kupfer besteht aus basischen Karbonaten, die sich über Jahre unter Feuchtigkeit und Kohlendioxid bilden. Der Zinkanteil verändert dieses Verhalten: Messing dunkelt im Freien eher zu braunen und graubraunen Tönen nach, eine geschlossene grüne Schicht entsteht deutlich langsamer und seltener. Wer auf Messing grüne oder türkise Töne möchte, bekommt sie im Werk, zum Beispiel in den Ausführungen Oslo und Vancouver.

Ist brüniertes Messing für Fassaden geeignet?

Ja. Das Joseph-Pschorr-Haus in München, die Fassade von Hinterschwepfinger in Burghausen, eine denkmalgeschützte Villa in Stuttgart und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe tragen Fassaden aus brüniertem Messing. Entscheidend ist der gewählte Oberflächenschutz: Unversiegelt darf die Fläche weiter altern, gewachst oder lackiert bleibt der Farbton über Jahre weitgehend stabil.

Verändert sich brüniertes Messing im Freien weiter?

Das entscheidet die Ausführung. In natur reagiert die Fläche weiter mit Luft und Witterung und wird mit der Zeit ruhiger und dunkler. Am Bundesverfassungsgericht wurde die Versiegelung bewusst zurückgenommen, damit die Fassade sich mit den Jahren verändern darf. Gewachst verzögert sich dieser Vorgang, lackiert steht er still.

Wie gleichmäßig wird die Farbe bei großen Flächen?

Der Farbcharakter ist wiederholbar, die genaue Zeichnung nicht, weil die Farbe aus einer chemischen Reaktion entsteht und von Hand geführt wird. Für große zusammenhängende Flächen stimmen wir das Verfahren auf das Projekt ab. Bei Hinterschwepfinger wurden Paneele in Sonderformaten bis 5.000 Millimeter brüniert, mit ruhiger, flächiger Wirkung über die gesamte Fassade.

Hält brüniertes Messing im Innenraum Reinigung und Nutzung aus?

Ja, mit der passenden Versiegelung. In der Gastronomieküche von Rosenberger in Fridolfing sind die Küchenbereiche mit brüniertem Messing verkleidet, geschützt durch eine besonders widerstandsfähige Versiegelung gegen Feuchtigkeit, Reinigung und mechanische Belastung. Für die Pflege gilt: milde Mittel und weiche Tücher, keine scheuernden oder sauren Reiniger.

Was ist der Unterschied zwischen Brünieren und Patinieren?

Beide Verfahren erzeugen die Farbe im Metall, nicht darauf. Beim Brünieren entsteht auf Messing eine dunkle Oxidschicht in Braun- bis Schwarztönen. Beim Patinieren entstehen auf Kupfer basische Karbonate in Grün- und Türkistönen. Brünieren ist das Verfahren für warme, dunkle Flächen, Patinieren das für die Farben des gealterten Kupferdachs.

Verträgt sich Messing mit anderen Metallen am Bau?

Nicht mit allen. Messing ist edler als Aluminium, Zink und verzinkter Stahl. Kommen diese Metalle bei Feuchtigkeit in direkten Kontakt, wird das unedlere Metall angegriffen, das nennt man Kontaktkorrosion. Lösbar ist es durch trennende, nicht leitende Zwischenlagen oder eine Unterkonstruktion aus Edelstahl. Wichtig ist nur, dass es früh in der Planung bedacht wird.

Nächster Schritt

Einen Braunton beurteilt man nicht am Bildschirm.